ʺHerrenabendeʺ ggf. nicht vom Abzugsverbot erfasst

Der Bundesfinanzhof (ʺBFHʺ) hatte einen Fall zu entscheiden, in dem von einer Rechtsanwaltskanzlei sog. Herrenabende ausgerichtet wurden zu denen 358 Männer eingeladen wurden. Die geladenen Gäste wurden begrüßt, unterhalten und verköstigt.

Das Finanzamt ließ die Kosten von bis zu EUR 22.811,81 nicht zum Betriebsausgabenabzug zu. Es stützte sich auf § 4 Abs. 5 S. 1 Nr. 4 Einkommensteuergesetz, nach dem Aufwendungen für Jagd oder Fischerei, für Segeljachten oder Motorjachten sowie ähnliche Zwecke und die damit im Zusammenhang stehenden Bewirtungen nicht als Werbungskosten abgezogen werden können. Ähnliche Zwecke im Sinne der Vorschrift betrifft Aufwendungen für die sportliche Betätigung, Unterhaltung von Geschäftsfreunden, Freizeitgestaltung oder Repräsentation des Steuerpflichtigen. Der BFH schränkt das Abzugsverbot dahingehend ein, dass dieser nur für solche Aufwendungen gelten soll, die eine Berührung zur Lebensführung und zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stellung der durch die Veranstaltung begünstigten Geschäftsfreunde des Steuerpflichtigen aufweist. Die Unangemessenheit der Aufwendungen muss in der Art und Weise der Veranstaltung, in der die Geschäftsfreunde unterhalten werden und ihrer Durchführung, die sich vom Üblichen abhebt, zum Ausdruck kommen.

Dazu hatte das Finanzgericht keine Feststellungen getroffen, weshalb der BFH die Sache an das Finanzgericht zurückverwies.

Gerne beraten wir Sie näher über die Möglichkeiten der Absetzung von Aufwendungen für die Bewirtung von Geschäftsfreunden.