Abfindungszahlungen können von der Erbschaftsteuer abgezogen werden

Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs vom 15. Juni 2016 – II R 24/15 kann eine Abfindung, die an einen weichenden Erbprätendenten gezahlt wird als Nachlassverbindlichkeit berücksichtigt werden.

Im konkreten Fall stritten sich die rechtmäßigen Erben mit dem weichenden Erbprätendenten darüber, wer Erbe der Erblasserin wird. Hintergrund war, dass die Erblasserin kurz vor ihrem Tod ihr Testament änderte und ihren Finanzberater als Erben einsetzte. Dagegen wendeten sich die zuvor als Erben eingesetzten. Der Rechtstreit endete in einem Vergleich nach dem der Finanzberater gegen eine Zahlung von EUR 160.000,00 auf seine geltend gemachten Ansprüche verzichtete.

Die rechtmäßigen Erben machten diese Abfindungszahlung als Teil ihrer Nachlassverbindlichkeiten in ihrer Erbschaftsteuererklärung geltend. Der Bundesfinanzhof ließ diesen Abzug von der Erbschaftsteuer zu, sodass sich die Erbschaftsteuer reduzierte. Der Bundesfinanzhof begründete seine Entscheidung damit, dass die Abfindungskosten in unmittelbaren Zusammenhang mit der Erlangung der Erbschaft stehen.

Gerne beraten wir Sie auch in erbschaftsteuerlichen Angelegenheiten.