Arbeitsrecht: Rechtfertigt Umsatzrückgang eine betriebsbedingte Kündigung?
„Das kommt darauf an“ lautet - wie so oft bei Juristen – die Antwort. Aber worauf? Dazu hat sich das LAG Rheinland-Pfalz (Az.: 5 Sa 713/09) geäußert:
Wenn ein Mitarbeiter ausschließlich für die konkrete Tätigkeit eingestellt worden ist, welche von dem erheblichem Umsatzrückgang (im konkreten Fall: 75 %) betroffen ist, kann der Umsatzrückgang eine betriebsbedingte Kündigung rechtfertigen. Allein der Umstand, dass ein Arbeitnehmer erheblich weniger als früher zu tun hat, rechtfertigt hingegen noch nicht ohne weiteres eine betriebsbedingte Kündigung.
Gewerblicher Grundstückshandel bei Wohnungsverkäufen auf Druck der Bank
Die persönlichen oder finanziellen Beweggründe für die Veräußerung von Immobilien sind für die Zuordnung zum gewerblichen Grundstückshandel oder zur Vermögensverwaltung unerheblich; dies gilt auch für wirtschaftliche Zwänge wie z.B. Druck der finanzierenden Bank und Androhung von Zwangsmaßnahmen.
Die --durch die Veräußerung von mehr als drei Objekten innerhalb von etwa fünf Jahren indizierte-- (zumindest) bedingte Veräußerungsabsicht beim Erwerb kann nur durch objektive Umstände widerlegt werden, nicht aber durch Erklärungen des Steuerpflichtigen über seine Absichten. In Betracht kommen vornehmlich Gestaltungen des Steuerpflichtigen in zeitlicher Nähe zum Erwerb, die eine spätere Veräußerung wesentlich erschweren oder unwirtschaftlicher machen.
Verlängerung des Zeitraums für den Bezug von Kindergeld wegen Zivildienstes
Ein Kind, das sich in Berufsausbildung befindet und Zivildienst geleistet hat, wird über die Vollendung des 25. Lebensjahres hinaus berücksichtigt. Der Verlängerungszeitraum entspricht auch dann der Dienstzeit (im Streitfall 10 Monate), wenn im ersten Monat des Dienstes noch Kindergeld bezogen wurde, weil der Dienst nicht am Monatsersten begann.
Fortbildungskosten und Freizeit
Der BFH (Az. VI R 66/04) hatte darüber zu entscheiden, ob ein Unfallarzt teilweise die Kosten für einen Wochenkurs am Gardasee, der auch viele Freizeitelemente enthielt, geltend machen konnte. Die Fortbildungsveranstaltung habe dazu gedient, die Zusatzbezeichnung "Sportmediziner" zu erlangen.
Reduzierung von Weihnachtsgeld bei Dauer-Krankheit zulässig
Kein Kirchensteueraustritt
Ein reiner Austritt aus der Kirche als Körperschaf des öffentlichen Rechts unter gleichzeitigem Verbleib in der Kirche nach kanonischem Recht ist nicht möglich. Der Verwalttungsgerichtshof Baden-Württemberg hat entschieden,
(Az.: 1 S 1953/09)
Pauschalierter Schadensersatz bei Kaufreue
(BGH vom 14.04.2010, Az.: VIII ZR 123/09)
Bankauskunft hat Vorrang
Der Bundesfinanzhof hat entschieden, dass das bloße Auskunftsersuchen weniger in die Persönlichkeitsrechte eingreift, als die Vorlage von Kontoauszügen.
(Az.: II R 57/08)
Deckelung der Abmahnkosten
Durch § 97a UrhG wurde die Pflicht zum Ersatz der Kosten der Abmahnung für einfache Fälle auf 100 Euro beschränkt. Diese Beschränkung ist nach einem Beschluss des Bundesverfassungsgerichtes offensichtlich nicht zu beanstanden.
Sollten in einfachen Fällen (z.B. Abmahnungen bei E-bay-Versteigerungen) vom Abmahnenden Anwaltskosten von über 100 Euro verlangt werden, sollte der Betroffene nicht ohne genaue Prüfung der Angelegenheit die Kosten tragen.
vgl. BVerfG, Az.: 1 BvR 2062/09
Elektronische Übermittlung von Bilanzen und GuV-Rechnungen
Nach § 5b EStG haben Steuerpflichtige, die ihren Gewinn nach § 4 Abs. 1 oder § 5 EStG ermitteln, die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung erstmals für Wirtschaftsjahre, die nach Ablauf des 31.12.2010 beginnen, nach amtlich vorgeschriebenen Datensatz durch DFÜ an das Finanzamt zu übermitteln.
Zur Vermeidung unbilliger Härten kann das Finanzamt auf Antrag auf die elektronische Übermittlung verzichten.
(vgl.: BMF-Schreiben vom 19.1.2010, Az.: IV C 6 - 2133 b/0)
Mietvertrag: Farbwahlklausel
Einige Wohnraummietverträge sehen vor, dass Türblätter, Türrahmen, Fensterflügel und Fensterrahmen nur weiß zu lackieren sind. Eine solche Farbvorgabe für Schönheitsreparaturen ist nach § 307 Abs. 1 S. 1 BGB unwirksam.
(vgl. BGH-Urteil vom 20.01.2010, Az.: VIII ZR 50/09)
Zweitwohnungssteuer
Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass die Zweitwohnungssteuer nicht gegen Grundrechte verstößt. Entsprechende Verfassungsbeschwerden eines versetzten Polizisten und eines Studenten sind nicht erfolgreich gewesen.
vgl.: BVerfG (Az: 1 BvR 529/09 und Az: 1 BvR 2664/09)