Anschaffungskosten für ein Grundstück keine außergewöhnlichen Belastungen

Außergewöhnliche Belastungen nach § 33 EStG kann der Steuerpflichtige auf Antrag geltend machen, wenn ihm zwangsläufig größere Aufwendungen als der überwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen gleicher Einkommens- und Vermögensverhältnisse und gleichen Familienstandes erwachsen.

In dem vom Bundesfinanzhof (BFH) entschiedenen Fall war die Ehefrau an Multipler Sklerose erkrankt und zu 80 % gehbehindert. Die Eheleute entschlossen sich ein Grundstück zu erwerben und einen Neubau zu errichten. Wegen der Erkrankung der Ehefrau kauften die Eheleute ein um 45,5 qm größeres Grundstück. Die Mehrkosten für die 45,5 qm Grundstücksfläche machten sie steuermindernd geltend.

Der BFH entschied, dass zu den außergewöhnlichen Belastungen nicht die Mehrkosten für ein größeres Grundstück zum Bau eines behindertengerechten Hauses gehören (BFH vom 17. Juli 2014 – VI R 42/13), da diese Aufwendungen nicht zwangsläufig entstehen. Zu zwangsläufigen Aufwendungen gehören solche Aufwendungen, denen sich der Steuerpflichtige aus tatsächlichen, rechtlichen oder sittlichen Gründen nicht entziehen kann. Die Mehrkosten für einen größeren Bungalow hängen aber nicht in erster Linie mit der Behinderung oder Krankheit zusammen, sondern resultieren vorwiegend aus der frei gewählten Wohnungsgröße.

Steuerpflichtige, die Aufwendungen wegen einer Krankheit haben, sollten sich beraten lassen, ob sie diese Aufwendungen steuermindernd geltend machen können. Grundsätzlich besteht nämlich die Möglichkeit, durch eine Behinderung bedingte Mehrkosten für einen Um- oder Neubau als außergewöhnliche Belastungen geltend zu machen.