Aufwendungen für eine Habilitationsfeier als Werbungskosten

Die Kosten für eine Habilitationsfeier wurden von dem Steuerpflichtigen, der angestellter Arzt in einem Krankenhaus war, als Werbungskosten in seiner Steuererklärung geltend gemacht. Das Finanzamt lehnte den Werbungskostenabzug insoweit ab.

Der Bundesfinanzhof („BFH„) stellte in seiner Entscheidung die Grundsätze für einen Werbungkostenabzug einer Feier dar. Danach ist in erster Linie zu fragen, ob die Feier einen beruflichen Anlass hat. Bei der weiteren Beurteilung spielt insbesondere eine Rolle, „wer als Gastgeber auftritt, wer die Gästeliste bestimmt, ob es sich bei den Gästen um Kollegen, Geschäftsfreunde oder Mitarbeiter (des Steuerpflichtigen oder des Arbeitgebers), um Angehörige des öffentlichen Lebens, der Presse, um Verbandsvertreter oder um private Bekannte oder Angehörige des Steuerpflichtigen handelt. Zu berücksichtigen ist außerdem, an welchem Ort die Veranstaltung stattfindet, ob sich die finanziellen Aufwendungen im Rahmen vergleichbarer betrieblicher Veranstaltungen bewegen und ob das Fest den Charakter einer privaten Feier aufweist oder ob das nicht der Fall ist“. Weiter ist bedeutsam, ob nur ausgesuchte Arbeitskollegen eingeladen werden oder ob die Einladung nach allgemein bestimmbaren Kriterien ausgesprochen wird. Werden z. B. alle Kollegen eingeladen, die zu einer betrieblichen Einheit gehören (z. B. alle Außendienstmitarbeiter), so spricht dies für eine betriebliche Veranlassung.

Sind die Aufwendungen für eine Feier gemischt veranlasst, weil sowohl eine private als auch eine berufliche Veranlassung vorliegt, so sind die Gesamtkosten anteilig nach Gästen aufzuteilen.

Gerne beraten wir Sie im Zusammenhang mit einer Feier.