Auskunftsersuchen an Dritte durch die Finanzverwaltung:

Damit die Steuer ordnungsgemäß erhoben werden kann, müssen die Steuerpflichtigen der Finanzbehörde die für die Besteuerung erheblichen Umstände mitteilen. Die Finanzverwaltung kann aber auch Auskünfte von Dritten einholen. Der Bundesfinanzhof hat nun die Voraussetzungen konkretisiert, die die Finanzverwaltung berechtigen, an einen Dritten heranzutreten um Auskünfte einzuholen.

Grundsätzlich soll die Finanzverwaltung zunächst den Steuerpflichtigen um Auskunft ersuchen. An einen Dritten soll die Finanzverwaltung erst herantreten, wenn die Sachverhaltsaufklärung durch den Steuerpflichtigen nicht zum Ziel führt oder keinen Erfolg verspricht. Von diesem Grundsatz darf die Finanzverwaltung nur in atypischen Fällen abweichen. Dieser ist beispielsweise gegeben, wenn aufgrund des bisherigen Verhaltens des Steuerpflichtigen feststeht, dass er bei der Sachverhaltsaufklärung nicht mitwirken wird und damit die Erfolglosigkeit der Mitwirkung offenkundig ist.