Doppelte Haushaltsführung auch bei gemeinsamem Haushalt mit Eltern möglich

Der Bundesfinanzhof erkannte jüngst die doppelte Hauhaltsführung an in einem Fall, in dem ein erwachsenes, wirtschaftlich eigenständiges Kind mit Hauptwohnsitz im seinem Elternhaus bei seiner Mutter einen Zweitwohnsitz in der Nähe der Arbeitsstätte hatte.

Das Finanzamt lehnte die doppelte Haushaltsführung ab. Im vorliegenden Falle war es unstreitig, dass der Kläger seinen Lebensmittelpunkt am Ort des Elternhauses, seinem Hauptwohnsitz hatte. Das Finanzamt bemängelte vor allem, dass der Steuerpflichtige keinen eigenen Hausstand bei seiner Mutter habe, sondern in den Haushalt der Mutter nur eingegliedert eingegliedert sei.

Entscheidend ist jedoch nach Ansicht des Bundesfinanzhofs, ob der Steuerpflichtige den Hauptwohnsitz nur unterbrochen durch die Arbeitstätigkeit aufsucht und ob der Steuerpflichtige die Haushaltsführung wesentlich (mit)bestimmt oder nicht. So ist meist ein junger Arbeitnehmer, der noch zu Hause wohnt, nicht Unterhalter eines eigenen Hausstands, auch wenn er eine andere Wohnung hat und sich an Kosten des Hauptwohnsitzes beteiligt.

Deshalb entschied der Bundesfinanzhof, dass man bei erwachsenen, wirtschaftlich eigenständigen Kindern davon ausgehen könne, dass diese den Haushalt eigenständig mitbestimmen. Entscheidend waren ebenfalls die Umstände, dass der Steuerpflichtige lediglich eine Schlafstätte am Beschäftigungsort unterhielt. Einer geregelten Übernahme finanzieller Lasten bedürfe es nicht, dieses Merkmal habe sowieso lediglich Indizfunktion [Anm.: dies ändert sich 2014]. Diese Entscheidung des Bundesfinanzhofs ist vor allem interessant für Steuerpflichtige, die betreuungs- oder pflegebedürftige Eltern haben, bei denen sie ihren Hauptwohnsitz haben. (BFH VI R 46/21, Urteil vom 16.01.2013)