Erhöhte Freibeträge für beschränkt steuerpflichtige Erwerbe durch das StUmgBG? – Veröffentlichung in der Zeitschrift für Erbrecht und Vermögensnachfolge, Ausgabe 10/2017

Es zeigt sich, dass auch mit der aktuellen Neufassung der §§ 2 und 16 ErbStG erhebliche Unklarheiten für die Praxis verbunden sind. Der neue Begriff des „Vermögensvorteils“ und die fragliche Europarechtskonformität der anteiligen Freibetragskürzung des § 16 Abs. 2 ErbStG, insbesondere aufgrund der uU sehr nachteiligen Ergebnisse der Gesetzesanwendung für die Betroffenen, lassen den Schluss zu, dass die beschränkte Erbschaftsteuerpflicht auch in Zukunft die deutschen Gerichte, den EuGH und den deutschen Gesetzgeber beschäftigen werden. Für die Praxis ist es daher empfehlenswert, ergehende Steuerbescheide kritisch zu prüfen und ggf. Rechtsbehelfe einzulegen. Die Nichtkürzung des persönlichen Freibetrags gem. § 16 Abs. 2 ErbStG muss ganz offensichtlich finanzgerichtlich erstritten werden.