FG Nürnberg, Urteil vom 24. Juni 2015, 7 K 1356/14:

In bezeichneter Sache wollte der Kläger (eine Verwaltungsgemeinschaft) Aufwendungen für den Ausbau öffentlichen Straßenlandes vor dem Grundstück gemäß § 35a Abs. 3 S. 1 EStG geltend machen. § 35 a Abs. 3 S. 1 EStG regelt die Steuerermäßigung bei Aufwendungen für haushaltsnahe Handwerkerleistungen.

Das Finanzamt entgegnete der Geltendmachung solcher Aufwendungen, dass es bei derartigen Aufwendungen einer Haushaltsnähe fehle. Es komme darauf an, dass die Aufwendungen „in“ dem Haushalt und nicht „für“ den Haushalt getätigt werden. Die Finanzverwaltung interpretierte dies als Beschränkung des Haushaltsbegriff anhand der Grundstücksgrenzen. Der Kläger erwiderte, dass der Haushaltsbegriff nicht eng ausgelegt werden dürfe, sondern eine räumliche-funktionale Interpretation geboten sei. Damit sei der Haushalt auch betroffen, wenn Aufwendungen jenseits der Grundstücksgrenzen getätigt werden. Insbesondere in diesem Fall seien die Aufwendungen notwendiger Annex zur Haushaltsführung, da das Haus an das öffentliche Versorgungsnetz angeschlossen wurde.

Dieser Ansicht schloss sich das Gericht nunmehr an und führte aus, dass Aufwendungen zu berücksichtigen sind, sofern sie in unmittelbarem räumlichen Zusammenhang zum Haushalt durchgeführt werden und diesem dienen. Dieser Zusammenhang sei vorliegend gegeben, da der Haushalt an das öffentliche Versorgungsnetz angeschlossen wurde. Solche für die Haushaltsführung notwendigen Leistungen der Daseinsfürsorge, und damit notwendigen Voraussetzungen eines Haushalts, sind zu berücksichtigen. Das Gericht übertrug nunmehr die Ansicht des BFH bezüglich Wasseranschlüsse, Abwasser, Elektrizität und Zuwegung auch auf den Straßenbau.

(Vgl. http://openjur.de/u/861523.html)