Grenzen der anschaffungsnahen Herstellungskosten einer Wohnung

Die anschaffungsnahen Herstellungskosten nach § 9 Abs. 5 S. 2 EStG i. V. m. § 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG zeichnen sich (neben weiteren Voraussetzungen) dadurch aus, dass diese nicht sofort abziehbaren Aufwand darstellen, sondern im Rahmen der Absetzung für Abnutzung über einen gewissen Zeitraum abgeschrieben werden müssen. Erhaltungsaufwand kann grundsätzlich sofort in voller Höhe geltend gemacht werden.

Der Bundesfinanzhof („BFH„) entschied, dass keine anschaffungsnahen Herstellungskosten nach § 9 Abs. 5 S. 2 EStG i. V. m. § 6 Abs. 1 Nr. 1 a EStG vorliegen, wenn die Instandsetzungsmaßnahmen auf einen vorsätzlich von einem Mieter verursachten Schaden beruhen, der im Zeitpunkt der Anschaffung noch nicht vorhanden war (BFH v. 09.05.2017 – IX R 6/16). Die Aufwendungen für die Instandsetzung waren daher sofort als Erhaltungsaufwand absetzbar.

Dieser Entscheidung lag ein Sachverhalt zugrunde, bei dem eine Mieterin einen erheblichen Schaden an einer vermieteten Wohnung verursachte, indem sie u. a. Scheiben zertrümmerte und einen Wasserschaden nicht rechtzeitig meldete. Die Wohnung war von den Vermietern erst kurz vor der Vermietung erworben worden und in einwandfreien Zustand an die Mieterin übergeben worden. Die Schäden wurden im Jahr nach dem Erwerb der Wohnung von den Vermietern bemerkt und beseitigt worden. Die Kosten für die Instandsetzung beliefen sich auf ca. EUR 20.000,00. Diese Summe entsprach mehr als 15 % der Anschaffungskosten der Wohnung. Die Finanzverwaltung stufte die Aufwendungen als erhaltungsnahe Aufwendungen ein und verweigerte die sofortige Abschreibung. Das Finanzgericht und der BFH folgten dieser Auffassung nicht.

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