Kapitalanleger wehrt Honoraranspruch seines Rechtsanwalts ab

In den vergangenen Monaten war zu beobachten, dass bestimmte Rechtsanwaltskanzleien offensiv Kommanditisten von in Schieflage geratenen Publikums-Kommanditgesellschaften anschrieben und über die Rechte der Anleger und die eigene Sach- und Fachkenntnis „informierten“. Ganz offensichtlich sollten hier die Kommanditisten dazu bewegt werden, die informierende Kanzlei  mit der Durchsetzung ihrer (tatsächlichen oder vermeintlichen) Ansprüche zu mandatieren.

Aggressiv auftretende Rechtsanwälte dürften durch ein Urteil des Amtsgerichts Weilheim i.OB. vom 5. Juli 2012 (Az. 2 C 102/12) geschockt worden sein. Das Amtsgericht hatte über einen Vergütungsanspruch eines Rechtsanwalts gegen dessen (ehemaligen) Mandanten zu urteilen. Die Klage des Rechtsanwalts wurde abgewiesen: Der Rechtsanwalt habe in unzulässiger Weise um die Erteilung eines Mandats im Einzelfall geworben. Der Anwaltsvertrag sei nichtig und die geltend gemachte Vergütung somit ausgeschlossen.