Möglicherweise umsatzsteuerpflichtige Verkäufe über Internetauktionsplattformen

Nach einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs (ʺBFHʺ) vom 26. April 2014 – V R 2/11 kann der Verkauf von Gegenständen von einigem Umfang zur Umsatzsteuerpflicht führen.

Nach § 2 Abs. 1 S. 1 UStG ist Unternehmer, wer eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbständig ausübt. Gewerblich oder beruflich ist jede nachhaltige Tätigkeit zur Erzielung von Einnahmen, auch wenn die Absicht, Gewinn zu erzielen fehlt […]. Für die Frage, wann eine nachhaltige Tätigkeit nach dem UStG vorliegt, gibt es keine festen Grenzen. Diese Frage ist für jeden Einzelfall neu zu entscheiden. Zu berücksichtigen sind dabei insbesondere:

– die Dauer und die Intensität des Tätigwerdens,
– die Höhe der Entgelte,
– die Beteiligung am Markt,
– die Zahl der ausgeführten Umsätze,
– das planmäßige Tätigwerden und
– das Unterhalten eines Geschäftslokals.

Im konkreten Fall hat der BFH entschieden, dass Verkäufe von verschiedenen Gegenständen über die Internetplattform ʺe-bayʺ über mehrere Jahre in einem Umfang von mehreren zehntausend EUR zur Umsatzsteuerpflicht führen.

Steuerpflichtige, die in einigem Umfang Gegenstände veräußern, sollten den Rat eines Steuerberaters einholen, um sich nicht der Gefahr auszusetzen, als Unternehmer im umsatzsteuerlichen Sinn behandelt zu werden.