Rechnungen und Vorsteuerabzug: Die Briefkastenfirma

Als Empfänger einer Leistung können Sie sich die auf der Rechnung ausgewiesene Umsatzsteuer vom Finanzamt nur erstatten lassen, wenn die Rechnung alle notwendigen Angaben enthält. Insbesondere gehört dazu die vollständige Anschrift des leistenden Unternehmers (§ 14 Abs. 4 Nr. 1 UStG). Und bis jetzt ging als Anschrift im Einzelfall auch ein ‚Briefkasten-Sitz‘ mit postalischer Erreichbarkeit des Unternehmen durch. So zumindest entschied der BFH früher einmal. In einem aktuellen Urteil sehen die Richter die Sache aber deutlich strenger: „Das Merkmal ‚vollständige Anschrift‘ in § 14 Abs. 4 Nr. 1 UStG erfüllt nur die Angabe der zutreffenden Anschrift des leistenden Unternehmers, unter der er seine wirtschaftlichen Aktivitäten entfaltet“, so die Richter. Und weiter: „Soweit der Senat geäußert hat, ein ‚Briefkastensitz‘ mit nur postalischer Erreichbarkeit könne ausreichen, hält er hieran nicht mehr fest.“ Sie als Leistungsempfänger haften dafür. „Der den Vorsteuerabzug begehrende Leistungsempfänger trägt hierfür die Feststellungslast.“

Gerade bei neuen Geschäftskonten sollten Sie also besonders gewissenhaft prüfen, ob die Adresse des leistenden Unternehmers auch tatsächlich diejenige der wirtschaftlichen Aktivitäten ist. Fehler werden beim Vorsteuerabzug nicht toleriert, wie der Text zum nicht gewährten Vertrauensschutz zeigt.