Rettung von Altverlusten aus privaten Wertpapiergeschäften

Mit dem Unternehmensteuerreformgesetz 2008 hat der Gesetzgeber bei den privaten Wertpapiergeschäften einen Systemwechsel vollzogen. Nach früherer gesetzlicher Regelung unterlagen die Veräußerungen von Wertpapieren den privaten Veräußerungsgeschäften. Danach wurden Wertpapiergeschäfte den Einkünften aus Kapitalvermögen zugerechnet.

Steuerlich können die Verluste aus privaten Wertpapiergeschäften nicht frei mit Einkünften aus anderen Einkunftsarten verrechnet werden. Was passiert nun mit den Verlusten aus privaten Wertpapiergeschäften, die bis zum 31. Dezember 2008 festgestellt wurden und zu den Verlusten aus privaten Veräußerungsgeschäften zählen (ʺAltverlusteʺ)?

Diese Altverluste durften bis zum 31. Dezember 2013 mit Wertpapiergewinnen verrechnet werden. Seit 2014 können die bis dahin noch nicht ausgeglichenen Altverluste nur mit Gewinnen aus der Veräußerung anderer privater Veräußerungsgeschäfte verrechnet werden. Hierzu zählen z. B. Gewinne aus der Veräußerung von Grundstücken innerhalb von zehn Jahren oder andere Veräußerungsgeschäfte innerhalb von einem Jahr. Die Verluste gehen also nicht verloren. Allerdings dürften die meisten Steuerpflichtigen selten über derartige Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften verfügen. Deshalb dürften viele Steuerpflichtige ihre Altverluste nicht mehr nutzen können.

Gegen diese Beschränkung der Verlustverrechnung ist eine Klage beim Bundesfinanzhof anhängig.

Steuerpflichtigen, die ihre Altverluste nicht bis zum 31. Dezember 2013 aufbrauchen konnten und im Veranlagungszeitraum 2014 Gewinne aus Wertpapieren erzielen ist zu raten, gegen den Einkommensteuerbescheid 2014 Einspruch einzulegen und das Ruhen des Verfahrens zu beantragen.