Schuldzinsenabzug nach Verkauf einer Immobilie

Schuldzinsen für ein Darlehen, das zur Anschaffung einer vermieteten Immobilie aufgenommen wurde, können nach ei­ner Entscheidung des Bundesfinanzhofs vom vorigen Jahr auch absetzbar sein, soweit sie auf die Zeit nach Veräuße­rung der Immobilie zu zahlen sind. Damit wurde die bisherige Rechtsprechung geändert. Die Finanzverwaltung hat soeben in einem Erlass dazu Stellung genommen, wann sie den nachträglichen Schuldzinsenabzug anerkennt:

Die Immobilie  muss innerhalb  der Zehn-Jahresfrist nach An­schaffung veräußert worden sein, es muss also ein Veräuße­rungsgeschäft (Spekulationsgeschäft) vorliegen. Wurde das Grundstückaufgrund eines Vertrages von vor dem 1.1.1999 veräußert, als noch die zweijährige Spekulationsfrist galt, ist der nachträgliche Zinsabzug generell ausgeschlossen.

Die auf die Zeit nach Veräußerung entfallenden Schuldzinsen sind nur absetzbar, soweit das Darlehen nicht mit dem Erlös aus der Veräußerung der Immobilie abgelöst werden konnte. Der Schuldzinsenabzug ist ferner ausgeschlossen, wenn die Absicht der Vermietung  bereits  vor der Veräußerung  aufge­geben wurde.

Hinweis: Der Bundesfinanzhof hatte in seinem Urteil of­fengelassen,  ob der nachträgliche Schuldzinsenabzug nur zulässig ist, wenn die Immobilie innerhalb der zehnjährigen Veräußerungsfrist verkauft worden ist. Die Urteilsbegrün­dung wurde jedoch vielfach so verstanden, dass es auf die­se Frist nicht ankomme. Vermutlich wird es hierzu zu Verfah­ren vor den Finanzgerichten kommen.