Solaranlage bei Vermietung kann zur Gewerbesteuerfalle werden

Vermieter eines Gebäudes erzielen Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, die grundsätzlich nicht gewerbesteuerpflichtig sind. Immer wieder kommt es allerdings zu unerwünschter Gewerbesteuerpflicht durch den Betrieb einer Photovoltaikanlage auf dem Dach eines solchen vermieteten Gebäudes, und zwar auch für die Vermietungstätigkeit.
Grund: Produktion und Verkauf von Strom (Einspeisung des Stroms in das Netz des Strombetreibers gegen Entgelt) stellen eine gewerbliche Tätigkeit dar. Wird diese gewerbliche Tätigkeit von derselben Gesellschaft betrieben, die auch die Vermietung des Gebäudes betreibt, so greift die sog. Infektionstheorie (auch Abfärbetheorie genannt), nach der die (auch) gewerbliche Tätigkeit in einer Gesellschaft deren Tätigkeit insgesamt gewerblich werden lässt.

Wer ist betroffen und wer nicht?
Betroffen sind vor allem Vermieter, die eine Personengesellschaft sind, insbesondere eine GbR (die kann auch ohne schriftlichen Gesellschaftsvertrag bestehen). Nicht betroffen sind Erbengemeinschaften, eheliche Gütergemeinschaften und reine Bruchteilsgemeinschaften, denn diese haben keine eigene Rechtsfähigkeit und unterliegen daher nicht der Abfärberegelung. (vgl. OFD Frankfurt/M. v. 4.9.2008 – S 2241 A – 110 – St 213)

Was ist zu tun?
Um im Falle der Personengesellschaft die Gewerblichkeit der Vermietungseinkünfte zu verhindern, kann für die Errichtung und den Betrieb einer Photovoltaikanlage eine neue, separate Gesellschaft gegründet werden.