Steuersparen durch Umwegschenkung

ln Einzelfällen  kann es schenkungssteuerlich günstiger  sein, eine Schenkung nicht unmittelbar der bedachten Person zu­kommen zu lassen, sondern über eine andere Person. Für Schenkungen an Schwiegerkinder gilt z.B. die ungünstige Steuerklasse  II (Freibetrag nur 20.000 €). Überträgt man den Gegenstand  dagegen erst dem eigenen Kind, das ihn an sei­nen Ehegatten  weiterschenkt,  gibt es für die Schenkung  an das Kind den Freibetrag von 400.000 €, für die Schenkung zwischen den Ehegatten einen solchen von 500.000 €. Damit kann Schenkungsteuer  oft ganz vermieden werden.

ln derartigen Fällen wird daher oft eine Schenkung an das eigene Kind vereinbart, das den erhaltenen Gegenstand  sei­nem Ehegatten  weiterschenkt. Grundsätzlich werden  derar­tige  Gestaltungen,  sog.  Kettenschenkungen, anerkannt.  Im Einzelfall  kann aber streitig  sein, ob zwei getrennte Schen­kungen anzunehmen  sind oder eine unmittelbare Schenkung an den endgültigen  Empfänger (hier: an das Schwiegerkind). Hierzu hat der Bundesfinanzhof wie folgt entschieden:

Es handelt sich um zwei getrennte Schenkungen, wenn der erste Beschenkte über die Weitergabe frei entscheiden kann. Ob dies der Fall ist, hängt vom Einzelfall ab. Werden Schen­kung und Weiterschenkung in derselben  notariellen Urkunde vereinbart,  ist in der Regel von einer unmittelbaren Schen­kung an den zweiten Empfänger auszugehen. Werden die Schenkungen nacheinander in getrennten notariellen Urkun­den vereinbart, ist dagegen in der Regel ein eigener Entscheidungsspielraum des Erstbeschenkten anzunehmen,  selbst wenn beide  Urkunden vom gleichen  Tag stammen. Die Ket­tenschenkung wird dann also steuerlich anerkannt.