Umsatzsteuerpflicht von Entschädigungen bzw. Vergütungen bei Vereinen

Grundsätzlich ist es Vereinen versagt Vorsteuer abzuziehen. Daher ist es aus Sicht dieser besonders interessant, ob Entschädigungen oder Vergütungen, die der Verein gegebenenfalls zahlt, der Umsatzsteuer unterliegen.

Nichts geändert hat sich an den Grenzen, bei denen die Finanzverwaltung bei Überschreitung die ehrenamtliche Tätigkeit (Voraussetzung zur Umsatzsteuerbefreiung) nicht mehr annimmt (max. 17.500 Euro/Jahr bzw. max. 50 Euro/Stunde). Die Finanzverwaltung hat aber nun in einem ihrer jüngsten BMF-Schreiben Pflichten zur Dokumentation von solchen Zahlungen erläutert: So muss die pauschale Vergütung bzw. Entschädigung durch den Verein in Form von Vertrag, Satzung oder Beschluss geregelt werden, wobei eine konkrete und glaubhafte Angabe der Zeit, die die Tätigkeit einnimmt, getroffen werden muss. Betragen die Zahlungen im Jahr nicht mehr als  2.400 Euro, so entfällt eine Prüfung hinsichtlich der Glaubhaftigkeit.

Abgesehen von dieser Neuerung ist in Zusammenhang mit der Thematik weiterhin problematisch, dass bei einzelnen Personen, die durch mehrere Ehrenämter die 17.500 Euro Grenze überschreiten, der Verein in die Umsatzsteuerpflicht gezogen werden kann. In Zeitpunkt des Überschreitens dieser Grenze werden nämlich sämtliche Vergütungen bzw. Entschädigungen an die betreffende Person umsatzsteuerpflichtig. Daher hat der Verein grundsätzlich die Pflicht zu überprüfen, dass dies nicht der Fall ist. Ebenfalls bleiben die Fälle problematisch, in denen die Zahlungen die Auslagen bzw. den Zeitaufwand unangemessen übersteigen.

BMF-Schreiben vom 27. März 2013, GZ: IV D 3 – S 7185/09/10001-04 / DOK 2013/0281174