Vereinfachung bei Erbfällen mit Auslandsberührung

Durch die neue europäische Erbrechtsverordnung wird die Rechtslage bei Erbfällen mit Auslandsberührung künftig einfacher. War es bisher so, dass das deutsche internationale Erbrecht anhand der Staatsangehörigkeit des Erblassers bestimmte, welches Erbrechts auf den Erbfall (und den Nachlass) anwendbar war, ist zukünftig der letzte gewöhnliche Aufenthalt des Erblassers (europaweit einheitlich) maßgebend. Bisher konnte es aufgrund von Sonderregelungen dazu kommen, dass ein deutscher Erblasser, der beispielsweise ein Haus in Frankreich sein eigen nannte, hinsichtlich seines beweglichen Vermögens nach deutschem Erbrecht und in Bezug auf das Haus in Frankreich nach französischem Recht beerbt wurde – mit zum Teil dramatischen Konsequenzen, da z.B. das französische Recht die Zulässigkeit von Erbverträgen verneint.

Auch wird zukünftig eine Rechtswahl des Erblassers möglich sein. Allerdings droht auch Ungemach: Erfolgt keine Rechtswahl und verzieht ein Erblasser nach Abschluss eines Erbvertrages dauerhaft in einen Staat, der Erbverträge nicht akzeptiert, wird sein Erbvertrag hinfällig, wenn der Erblasser sodann in diesem Fremdstaat verstirbt. Bei Deutschen, die ihren Wohnsitz ins Ausland verlegt haben oder verlegen, ist daher an eine (nachträgliche) Rechtswahl zu denken.

Die Verordnung wird ab Mitte 2015 angewandt werden.