Zu den Aufwendungen eines Arbeitnehmers für eine Feier anlässlich seines Geburtstags und seiner Bestellung zum Steuerberater

Der Bundesfinanzhof („BFH„) entschied, dass die Aufwendungen eines Arbeitnehmers im Rahmen einer Geburtstagsfeier sowie Feier zur Bestellung als Steuerberater teilweise als Werbungskosten geltend gemacht werden können.

Der Steuerpflichtige lud Freunde sowie Arbeitskollegen zu der Feier ein. Auf den Einladungskarten wies er auf seine Feier zur Bestellung als Steuerberater sowie seinen Geburtstag hin. Zur musikalischen Untermalung der Veranstaltung engagierte der Steuerpflichtige einen 21-köpfigen Posaunenchor. Es erschienen 99 Gäste von denen 46 Arbeitskollegen und 32 Verwandte und Freunde waren. Der Steuerpflichtige teilte die Kosten der Feier nach Köpfen auf, wobei er 46 Personen dem beruflichen Bereich zuordnete und 53 Personen dem privaten Bereich (einschließlich des 21-köpfigen Posaunenchors). Die auf den beruflichen Teil entfallenden Kosten machte er in seiner Steuererklärung als Werbungskosten geltend.

Der BFH gab dem Steuerpflichtigen schließlich Recht.

Nach der Rechtsprechung des BFH liegen Werbungskosten vor, wenn zwischen den Aufwendungen und den steuerpflichtigen Einnahmen ein Veranlassungszusammenhang besteht. „Davon ist auszugehen, wenn die Aufwendungen mit der Einkünfteerzielung objektiv zusammenhängen und ihr subjektiv zu dienen bestimmt sind, d. h. wenn sie in wirtschaftlichem Zusammenhang mit den Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit stehen. Maßgeblich dafür, ob ein solcher Zusammenhang besteht, ist zum einen die –wertende– Beurteilung des die betreffenden Aufwendungen „auslösenden Moments“, zum anderen dessen Zuweisung zur einkommensteuerrechtlich relevanten Erwerbssphäre. Dabei bilden die Gründe, die den Steuerpflichtigen zu den Aufwendungen bewogen haben, das auslösende Moment“ (BFH v. 8.7.2015 – VI R 46/14).

Ob die Kosten für eine Feier zumindest anteilig abgesetzt werden können, ist anhand einiger Kriterien zu beurteilen. Insbesondere „ist von Bedeutung, wer als Gastgeber auftritt, wer die Gästeliste bestimmt, ob es sich bei den Gästen um Kollegen, Geschäftsfreunde oder Mitarbeiter (des Steuerpflichtigen oder des Arbeitgebers), um Angehörige des öffentlichen Lebens, der Presse, um Verbandsvertreter oder um private Bekannte oder Angehörige des Steuerpflichtigen handelt. Zu berücksichtigen ist außerdem, an welchem Ort die Veranstaltung stattfindet, ob sich die finanziellen Aufwendungen im Rahmen vergleichbarer betrieblicher Veranstaltungen bewegen und ob das Fest den Charakter einer privaten Feier aufweist oder ob das nicht der Fall ist“ (BFH aaO).

Bei der Zuordnung der Arbeitskollegen zum privaten oder beruflichen Bereich kann bedeutsam sein, ob nur ausgesuchte Arbeitskollegen eingeladen wurden oder ob die Einladung nach allgemeinen Kriterien erfolgt. Erfolgt die Einladung aufgrund der Zugehörigkeit zu einer bestimmten betrieblichen Einheit (z. B. alle Arbeitnehmer einer Abteilung) oder der Funktion (z. B. alle Außendienstmitarbeiter oder Auszubildenden), liegt der Schluss nahe, dass der Steuerpflichtige die Einladung aufgrund von abstrakten berufsbezogenen Gründen eingeladen hat. Dies gilt auch dann, wenn der Steuerpflichtige zu diesen Arbeitskollegen einen freundschaftlichen Kontakt pflegt.

Im konkreten Fall waren die Aufwendungen gemischt veranlasst, so dass der Steuerpflichtige seine Aufwendungen nach Köpfen aufteilen musste.

Gerne beraten wir Sie näher zu diesem Thema.