Zum Anspruch auf Kindergeld:

Der Bundesfinanzhof hat sich in einer Entscheidung zu der Frage geäußert, ob auch ein Masterstudiengang nach vollendetem Bachelorabschluss als Teil einer einheitlichen Berufsausbildung angesehen werden kann.

Die Entscheidung ist deshalb relevant, weil der Kindergeldanspruch gemäß § 32 Abs. 4 S. 2 EStG nach Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung nur dann gewährt wird, wenn das Kind einer Erwerbstätigkeit von nicht mehr als 20 Stunden nachgeht. Während eines Erststudiums gilt diese Grenze jedoch nicht.

Die Finanzverwaltung geht davon aus, dass der Abschluss eines Bachelorstudienganges berufsqualifizierend ist und deshalb der Masterstudiengang ein weiteres Studium darstellt. Dies soll auch dann gelten, wenn der Masterstudiengang auf dem Bachelorstudium aufbaut (konsekutives Masterstudium).

Der Ansicht der Finanzverwaltung ist der Bundesfinanzhof mit seiner Entscheidung vom 3. September 2015 entgegengetreten. Der Bundesfinanzhof entschied, dass auch ein Masterstudium als Erststudium im Sinne des § 32 Abs. 4 S. 2 EStG angesehen werden kann. Eine solche einheitliche Erstausbildung erfordert, dass die einzelnen Ausbildungsabschnitte so zeitlich und inhaltlich aufeinander abgestimmt sind, dass die Ausbildung nach Erreichen des ersten Abschlusses fortgesetzt werden soll und das von den Eltern und dem Kind angestrebte Berufsziel erst mit Abschluss des weiterführenden Studienganges erreicht wird.

Wichtige Indizien für eine weiterführende Berufsausbildung sind ein enger sachlicher Zusammenhang der Ausbildungsabschnitte und die Durchführung der einzelnen Ausbildungsabschnitte in einem engen zeitlichen Zusammenhang.

Im konkreten Fall handelte es sich um ein konsekutives Masterstudium, bei dem die Voraussetzungen für ein einheitliches Studium vorlagen.

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