Zur Berechnung der außergewöhnlichen Belastung

§ 33 Einkommensteuergesetz („EStG„) dient dazu, unzumutbare Härten eines Steuerpflichtigen abzumildern. Die zumutbare Belastung eines Steuerpflichtigen wird nach einem dreistufigen Modell ermittelt. Diese Stufen, die sich auf den Gesamtbetrag der Einkünfte beziehen, belaufen sich im Jahr 2017 bis EUR 15.340, bis EUR 51.130 und über EUR 51.130. Den jeweiligen Stufen werden Prozentsätze zugeordnet, die abhängig sind von dem Familienstand und der Anzahl der Kinder des Steuerpflichtigen. Bislang ging das Finanzamt und stillschweigend auch der Bundesfinanzhof davon aus, dass bei Überschreiten einer Stufe der Gesamtbetrag der Einkünfte insgesamt nach der höheren Stufe und Prozentzahl ermittelt wird. Dieser Auffassung erteilte der Bundesfinanzhof nun eine Absage.

Nach neuem Verständnis der Vorschrift wird nur noch der Teil des Gesamtbetrags der Einkünfte mit dem jeweils höheren Prozentsatz belastet, der die jeweilige Stufe überschreitet.

Durch diese Art der Berechnung ergibt sich eine geringere zumutbare Belastung des Steuerpflichtigen, sodass außergewöhnliche Belastungen eher zu berücksichtigen sind.