Zur vertraglichen Kaufpreisaufteilung zwischen Grundstück und Gebäude

Der Bundesfinanzhof hat am 16. September 2015 ein Urteil zur Aufteilung des Kaufpreises zwischen Grundstück und Gebäude getroffen. Diese Aufteilung des Kaufpreises ist für den Erwerber des Grundstücks deshalb relevant, weil er für den auf das Gebäude entfallenden Teil Absetzung für Abnutzung („AfA“) steuermindernd geltend machen kann.

Der Bundesfinanzhof entschied, dass die Kaufpreisaufteilung grundsätzlich nach der von den Parteien des Kaufvertrages vorgenommenen Aufteilung vorzunehmen ist.
Diese vertraglichen Vereinbarungen finden ihre Grenze dort, wo diese nur zum Schein getroffen wurden oder ein Gestaltungsmissbrauch vorliegt.

Eine Korrektur der vertraglichen Kaufpreisaufteilung ist grundsätzlich lediglich dann geboten, wenn die realen Wertverhältnisse in grundsätzlicher Weise verfehlt sind und wirtschaftlich nicht haltbar erscheinen. Eine wesentliche Diskrepanz zu den Bodenrichtwerten kann ein Indiz für eine nicht den realen wirtschaftlichen Verhältnissen entsprechende Kaufpreisaufteilung darstellen, die aber durch tatsächliche Verhältnisse, wie z. B. besondere Ausstattungsmerkmale des Gebäudes, gerechtfertigt sein kann.

Zu den Einzelheiten beraten wir Sie gerne.